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WUMS? „Marketing“ der Parteien

WUMS??

WUMS??

Wahlplakate sind ja meistens nicht wirklich gute Beiträge zu „Unser Dorf oder unsere Stadt wird schöner.” Die Werbung der Grünen allerdings, die derzeit die Straßen säumt, ist schon was Besonderes. Ein düsteres Szenario wird da entworfen, mit einem qualmenden Schornstein, der wie eine Kanone ins Plakat ragt.   

Darüber steht in großen Lettern das schöne Wort: WUMS. Eine Umfrage in meinem Freundeskreis hat ergeben, dass nahezu jeder diese Darstellung mit „Krieg“ und ähnlichem assoziiert. Hm, also wenn die Grünen ihr Programm nicht radikal geändert haben, ist das ein eklatanter Fall von „ Wie verschlüssle ich meine Werbe-Botschaft so kryptisch, dass sie garantiert niemand versteht?“.

Tatsächlich soll mit dem Plakat der Umweltschutz beworben werden und WUMS steht für Wirtschaft und Umwelt, menschlich und sozial. Aha. Das erfährt man allerdings nur, wenn man sich dem Plakat mit der Lupe nähert… Die Wahlwerbung anderer Parteien ist leider auch nicht wirklich besser. Es wäre sicher nicht die schlechteste Idee, wenn die Herren und Damen Politiker etwas mehr gute Beratung in Sachen Marketing und Verkauf in Anspruch nehmen würden, oder?

 

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3 Kommentare zu „WUMS? „Marketing“ der Parteien“

  1. Frank Meyer sagt:

    Wobei man fairerweise – unabhängig von persönlicher politischer Meinung – sagen muss, dass die Werbung der Grünen bisher immer sehr klar am Profil ausgerichtet und auch sehr witzig war. Ich denke da an witzige Headlines wie “Aussen Minister – innen grün” (Motiv damals noch Außenminister Joschka Fischer). Die Werbung, die ich zur Zeit im Kommunlawahlkampf sehe, folgt eher wieder diesem Stil.

  2. Profitseller sagt:

    Meist liegt es an den “kreativen” Werbeagenturen, die eine Botschaft so einpacken, dass sie nur der versteht, der den “Beipackzettel” mit der Erklärung erhalten hat. Leider sind das immer nur die Kunden der Agenturen, aber nie die Adressaten der Werbung ;-)

    Es fehlt einfach die Orientierung am Kunden und das Denken in der Welt des Kunden. Bestes aktuelles Beispiel ist dei SPD hier in Bayern. Sie wirbt für den Parteieintritt mit “Zeichen setzen, Farbe bekennen. Eintreten” – das sind zwar tolle Ideen im Sinne der Partei, aber was habe ICH als Bürger oder Mitglied davon? NULL kundenorientiert, einzig egozentrisch – kein Wunder, dass da kaum einer mitmachen will, oder?

  3. Frank Meyer sagt:

    Das finde ich auch. Ob für Parteien oder Produkte – gute Werbung setzt den Kundennutzen in den Vordergrund. Es hilft, sich bei der Kreation einer Anzeige die Frage zu stellen: “Wie würde ein guter Verkäufer dieses Produkt einem leibhaftigen Kunden, der vor Ihm steht, anpreisen?” Mit welchen Argumenten und Wortbildern würde er arbeiten? Das vermeidet schon mal seltsame Stilblüten. Denn sind wir doch mal ehrlich: So wie in (der meisten) Werbung redet doch kein Mensch.

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