Bei der ganzen Diskussion um die Nachfolge unseres Bundepräsidenten Horst Köhler wird oft eines vergessen: Wer hat denn überhaupt ein Profil für dieses Amt?
Die ganze Diskussion sieht danach aus, dass nicht darum geht den/die Beste(n) für das Amt zu finden, sondern einfach schnell jemanden einzusetzen – ohne Nachzudenken. Erinnert ein wenig an die alten Drückermethoden im Verkauf – Zielgruppe ist egal, Hauptsache verkauft.
Lasst uns doch mal ein wenig drüber nachdenken …
Gute Verkäufer wissen: Erst mal sehen, wer wirklich in Frage kommen kann – was sind die Anforderungen an den optimalen Kunden? Und welcher potenzielle Kunde erfüllt die am besten? Übersetzt in die Frage nach dem Bundespräsidenten heißt das: Was sind Kernanforderungen an dieses Amt (außer den Punkten, die im Grundgesetz stehen …).
Eine wichtige Frage in dem Zusammenhang: Was kann denn ein(e) Bundespräsident(in) nach der Amtszeit tun, außer in Pension gehen? Einen Job in der Wirtschaft annehmen? Wieder auf die Bank im Bundestag? Das geht doch nicht! Das heißt, es scheiden schon mal alle aus, die “zu jung” sind.
Außerdem ist es sicher gut, wenn der/die Bundespräsident(in) unabhängig von parteilichen oder finanziellen Zwängen ist.
Bundespräsident ist aus meiner Sicht eine Position, die außerhalb der Parteien und der Lobbys Klartext sprechen kann. Nach dem Motto “In meinem Alter muss ich niemandem mehr etwas beweisen und kann sagen, was ich denke, ohne an meine Wiederwahl oder andere Abhängigkeiten denken zu müssen”. Ok, das sollte auch von den Parteien und den Medien respektiert werden. Und nicht, weil das, was er/sie sagt, unangenehm ist, aus “vollen Rohren” auf ihn/sie zu schießen.
Außerdem sollte er/sie soweit “über den Dingen stehen”, dass er/sie vom Volk als jemand anerkannt wird, dessen Wort wirklich zählt.
Und das sollten überigens die Medien und die Parteien auch akzeptieren – der Bundespräsident als “externes Gewissen” der politischen Kaste. Ein Traum! Köhler hat das gar nicht so schlecht gemacht …
Unter diesen Aspekten gibt es in der derzeitigen Diskussion keinen, der/die das erfüllen würde. Oder seht ihr da jemanden?
Was soll denn z.B. ein Herr Wulff nach seiner Amtszeit tun? Da geht der doch noch nicht in den Ruhestand – der will doch noch was erreichen …Das gleiche gilt für Frau von der Leyen (gut, die ist ja eh aus dem Rennen). Oder gar eine “ich bin die Beste” Frau Schwan?
Es ist schade, wie das parteipoliltische Geschachere dieses Amt so beschädigt!
Wenn er/sie schon “nur” repräsentatorische Aufgaben hat, sollte er/sie diese auch richtig ausfüllen können!
Stellt sich nur die Frage, wer hier in Deutschland das Format dazu hätte – mir fällt da leider im Moment niemand ein … :-/
Zurück zum Verkaufen. Jeder Verkäufer weiß, dass es eben wichtig ist, sich auf die richtigen Kunden zu konzentrieren und nicht einfach so drauf los zu gehen, nur weil der Druck gerade sehr hoch ist.
Bliebe zu wünschen, dass unsere Politiker mehr Weitsicht hätten – so wie wir es von unseren Sales Managern auch verlangen,
Ein schönes Wochenende wünsch ich euch
Schlagworte: Bundespräsident, Horst Köhler, Strategie




Jetzt wird diese Bundespräsidentenwahl wieder zur Polit Posse. Warum zur Hölle können sich die CDU und die SPD nicht auf einen Kandidaten einigen, der von beiden Parteien getragen wird. Gauck wäre ja so einer. Auf der anderen Seite ist der ja auch viel zu alt. Mit 70 hält der den Stress ja nicht durch. Da ist der Hannoveraner schon viel jünger. Mal schauen wer es werden wird und ob er länger duchhält als der Köhler.
Mittlerweile ist die Sache ja durch. Die Frage, was Herr Wulf nach seiner Bundespräsidentenzeit machen will ist allerdings ziemlich leicht zu beantworten. Er wird sich auf dem Briefkopf einer international agierenden Rechtsanwaltskanzlei wiederfinden und wird wie selbstverständlich Aufsichtsräten diverser Unternehmen (VW?) beitreten. Zudem wird er natürlich publizieren, Vorträge halten etc.
Wäre der Gegenkandidat nicht eigentlich der bessere CDU Kandidat gewesen, nur “unberechenbarer”?
Ein ehemaliger Bundespräsident als Anwalt? kann ich mir nicht vorstellen. Das wär ungefähr so, als ob der Papst wieder eine Dorfkirche übernehmen würde
Und welche ehemaligen Bundepräsidenten sind in Aufsichtsräten zu finden?